Ideen-Schmiede

Eine sehr gute und praktische Lektion (außerhalb kalligrafischer Buchstaben) besteht darin, sich zu fragen,

WAS KANN MEIN WERKZEUG EIGENTLICH?

Man nehme einen einfachen Bleistift. Was kann mein Bleistift? Was für Spuren hinterlässt er? Wo sind seine Grenzen?

Er gibt ja Grafit in verschiedenen Grautönen ab. Was passiert, wenn ich mit viel / wenig Druck arbeite? Wenn ich große Schwünge / Linien mache? Oder eher klein skriptural arbeite? Was hinterlässt er für Spuren auf dem Papier, wenn ich ihn nur hinten zwischen Zeigefinger und Daumen halte? Und dabei noch drehe? Oder einzelne Linien aneinandersetze … innerhalb einer Linie von wenig zu viel Druck arbeite … zwei Bleistifte zusammen … Aquarellbleistift benutzen … senkrecht halten … waagrecht … mit geschlossenen Augen … stippen … stumpfer Stift … spitzer Stift … harter … weicher …

Man sollte sich nicht zu schnell mit einem Ende der Ideen zufriedengeben. Vielleicht fällt einem nach einer Nacht wieder etwas Neues ein. Ich finde das sehr spannend. Und man kann diese Frage und Übungen auf jedes andere Werkzeug anwenden.

WAS KANN MEIN WERKZEUG EIGENTLICH?

Pinsel – flach oder spitz – Rulingpen – Ziehfeder – Balsaholz – Automaticpen – und was-der-Kalligraf-noch-so-in-seinem-Werkzeugkasten-hat

In dieser Art zu spielen ohne ein Ergebnis vorauszusehen, ist eine wertvolle Beschäftigung. Wir entdecken dadurch tatsächlich immer wieder neue Welten / Ausdrucksweisen und somit Möglichkeiten der Persönlichkeit. Viel Freude damit!